Ende Mai gibt es das Fritzi-Sommerheft - ausgeteilt wird es in der Woche vor den Pfingstferien
Mit einem Überblick über die zahlreichen Feste der kommenden Monate und dem Veranstaltungskalender für Familien von Juni bis August 2012.
Mit Last-Minute Urlaubstipps und den besten Ausflugsideen für Leute mit Kindern.
Außerdem: Zeckenalarm - wie Sie Ihre Kinder und sich selbst vor Infektionen schützen können.
Und: So klappt die Eingewöhnung in den Kindergarten oder die Krippe: Erzieherinnen geben Eltern Tipps.
Fritzi bekommen SIe wie gewohnt in ihrem Kindergarten oder -hort, in Apotheken, Arztpraxen, Bäckereien usw.
Prof. Holm Schneider beim Training mit dem Laufclub 21. Foto: Universitätsklinikum Erlangen
In Kürze wird ein Bluttest auf den Markt kommen (NIPD), der ausdrücklich dazu dient, bereits in der 10. Schwangerschaftswoche die Behinderung Down-Syndrom feststellen zu können. Behindertenverbände, darunter auch die Lebenshilfe Erlangen, Selbsthilfeverbände und Interessenvertretungen befürchten, der neue Bluttest sei das endgültige Einfallstor zum „Aussortieren“ von Menschen mit Down-Syndrom. Auch Holm Schneider, Professor für Kinderheilkunde und Leiter der Abteilung Molekulare Pädiatrie am Universitätsklinikum Erlangen, sieht diese Gefahr. Er befasst sich seit vielen Jahren mit angeborenen Krankheiten und Behinderungen und setzt sich für davon betroffene Menschen und ihr Lebensrecht ein.
Die Lebenshilfe Erlangen hat Professor Schneider zu diesem Thema befragt.
Wie wichtig sind Ihnen Menschen mit Down-Syndrom?
Prof. Schneider: "Sie sind genauso meine Patienten wie andere Kinder auch – und mir genauso wichtig. Oft spüre ich sogar eine größere Verantwortung für sie, weil ihr Lebensrecht immer wieder in Frage gestellt wird. Dabei sind gerade Menschen mit Down-Syndrom meistens besonders herzliche Persönlichkeiten, die eine Familie und unsere Gesellschaft ungeahnt bereichern können."
Was ist neu am NIPD-Test?
"Neu ist, dass der Schwangeren lediglich etwas Blut abgenommen werden muss, um das kindliche Erbgut, von dem Bruchstücke in ihren Blutkreislauf gelangen, auf das Vorliegen des Down-Syndroms zu untersuchen."
Wie bewerten Sie diese vorgeburtliche Untersuchung?
"Ich frage mich, ob dieser Test dazu dienen kann, der Mutter oder dem Kind medizinisch zu helfen, oder ob nicht vielmehr anhand eines Laborergebnisses entschieden werden soll, wer leben darf und wer nicht. Da heute mehr als 90% der Kinder, bei denen das Down-Syndrom vorgeburtlich festgestellt wird, deswegen abgetrieben werden, liegt ein solcher Test sicher nicht im Interesse der betroffenen Kinder."
Welche Folgen kann das neue Angebot für unsere Gesellschaft haben?
"Mehr als 30.000 Schwangere jährlich lassen eine Fruchtwasseruntersuchung durchführen. Ein harmloser Bluttest vor der 12. Schwangerschaftswoche wird sicher noch öfter genutzt werden und den Irrtum nähren, man dürfe sich aussuchen, ob man ein Kind behält oder nicht. Dabei ist ein Schwangerschaftsabbruch in Deutschland in den meisten Fällen rechtswidrig, wenngleich nach Beratung straffrei. Keines der geltenden Gesetze rechtfertigt die Abtreibung eines Kindes, nur weil eine Behinderung vorliegt."
Schon jetzt müssen sich Eltern von einem Baby mit Down-Syndrom nicht selten die Frage stellen lassen: „Muss das denn heute noch sein?“ Wie schätzen Sie den gesellschaftlichen Druck ein?
"Der gesellschaftliche Druck scheint zuzunehmen. Viele denken heute: Als verantwortungsbewusste Eltern dürfen wir kein behindertes Kind in die Welt setzen. Das liegt am Menschenbild unserer säkularen Leistungsgesellschaft. Dabei haben Menschen mit Behinderungen heute bessere Chancen als je zuvor – dank neuer medizinischer Möglichkeiten und vielfältiger Bemühungen, ihnen Teilhabe an der Gesellschaft zu gewähren."
Finden Sie es richtig, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Entwicklung des NIPD-Tests finanziell unterstützt hat?
"Wer einen Test fördert, der das vorgeburtliche Aussortieren von Kindern mit genetischen Besonderheiten erleichtert, der nimmt die geltenden Gesetze selbst nicht ernst und spielt einem bekannten Missbrauch in die Hände. Eine staatlich geförderte Einführung dieses Tests müsste als Anstiftung zum Rechtsbruch verstanden werden. Die Förderentscheidung des BMBF halte ich deshalb für einen gravierenden Fehler."
Welche Erwartungen haben Sie im Blick auf diesen Test an die Politik?
"Die Würde des Menschen hängt nicht davon ab, ob das Chromosom 21 zweifach oder dreifach vorhanden ist. Wer auf der Basis unseres Grundgesetzes politische Entscheidungen trifft, der muss berücksichtigen, dass Menschen mit Down-Syndrom selbstverständlich zu uns gehören. Politische Entscheidungen sollten zum Ziel haben, dass unsere Gesellschaft irgendwann eine Entwicklungsstufe erreicht, in der ein Leben mit behinderten Kindern keinen grenzwertigen Kraftaufwand mehr erfordert."
Interview: Anja de Bruyn, Lebenshilfe Erlangen
Seinen "1. Geburtstag" feierte der Treffpunkt Röthelheimpark in Erlangen-Ost, Schenkstr. 111, am Samstag, 11. Februar. Bei der Feier überbrachte Oberbürgermeister Dr. Siegfried Balleis die Glückwünsche der Stadt und des Stadtrates, Hausleiter Frank Renninger lieferte einen Rückblick auf das vergangene, arbeitsreiche Jahr.
Das neue Stadtteilhaus, getragen vom Stadtjugendring Erlangen sowie der Kirchengemeinde St. Matthäus, ist Nachfolgeeinrichtung des "Easthouse/Haus der Begegnung", das vor 15 Jahren in Betrieb genommen wurde. Der marode Altbau musste einem großzügigen Neubau weichen, der dem Jugendclub Easthouse, offener Kinder- und Jugendarbeit, vielen ehrenamtlichen Gruppen, der VHS mit eigenem Programm für den Stadttteil, der Kirchengemeinde und kommerziellen Angeboten wie beispielsweise dem Musikunterrricht der Music Academy König Raum bietet. Matthias Wellhöfer von der Music Academy König war es dann auch, der mit Gitarrenstücken der kleinen Feier im Röthelheimpark neben Sektempfang und Buffet einen festlichen Rahmen gab.Zudem ging die erste Vernissage im Stadtteilhaus Treff Röthelheimpark über die Bühne, die erst zwölfjährige Bayreutherin Selin Iger zeigt bis 30. März im Saal des Treffpunkts und im ersten Stock ihr erstaunliches Können und ihre Kreativität.
Frank Renninger erklärte in seinem Jahresrückblick, das neue Stadtteilhaus sei wie ein schöner, leerer Rahmen, den es galt mit Inhalten zu füllen. Das sei so weit gelungen, dass es diesen Rahmen fast sprenge. Alleine im vergangenen November seien 180 externe Raumnutzungen gezählt worden. Vor allem der Saal ist für Feiern und Veranstaltungen aller Art begehrt, es liegen bereits Buchungen für 2014 vor. 35 feste Gruppen, von der Mutter-Kind-Gruppe bis zum Seniorenclub, nutzen die Räume. Eine kostenlose Vortragsreihe der VHS liefert auch Angebote für Leute mit schmalem Budget. Ein Café bietet einen Anlaufpunkt für ein bunt gemischtes Publikum.
Zu kurz kam durch die große Resonanz, gepaart mit einer bescheidenen personellen Ausstattung, die Öffentlichkeitsarbeit des Treffpunkts, gestand Frank Renninger. Mittlerweile hat die Stadt aber Geld für zwei weitere Halbtagsstellen zur Verfügung gestellt, somit konnte bei der Feier immerhin die Homepage des Stadtteilhauses in Betrieb genommen worden, und zwar vom Oberbürgermeister der Stadt Erlangen persönlich.
Die Webadresse: www.treffpunkt-roethelheimpark.de (Gabriele Graßl)
Fotos: G. Graßl